Quer durchs Jahr

Novembermitte



 Michael Roschke (Donnerstag, 17 November 2016 17:13)

Das Wetter war von jeher nie verlässlich
doch ist und bleibt der Mensch ja so vergesslich -
denn ihm entfällt, dass es sich niemals nach ihm richtet,
wenn er auf Petrus schimpft mit Worten…oder dichtet…
Nein, nein, sorry, gut gedichtet. Ja, ja, gib‘s ihm!
Gruß vom bedröppelten Micha

Gunda (Freitag, 18 November 2016 07:51)

Wie pflegte schon mein Vater selig
zu sagen - und ich glaub's allmählich:
Es gibt kein schlechtes Wetter, nein,
man kann nur falsch gekleidet sein ...
Bruni (Samstag, 19 November 2016 18:18

zwei Dumme, ein Gedanke - oder so ähnlich,

denn ich reimte, siehe Webseite, im November nämlich
auf die Stimmung, auf das Wetter -
Dein Gedicht gefällt mir, ich find´s netter!

 

Gunda (Sonntag, 20 November 2016 14:37)

Hallo Bruni, also ich habe auf deiner Seite gestöbert und habe das Novembergedicht von 2010 gefunden. Im Grunde ... ist es doch jedes Jahr dasselbe: Wir erwarten Nässe und Grau - und wenn beides da ist, schimpfen wir drüber. Scheint stattdessen die Sonne, sagen wir "das ist doch nicht normal ..." Petrus kann aber auch machen, was er will, zufrieden sind wir nie ;o)
Liebe Gruß und Dank, Gunda

Am Urlaubsstrand - ein Thema, zwei Variationen


der Anfang ist bei beiden Varianten gleich ...

 

 

Gar nichts denken, Augen schließen,

Meeresmelodie im Ohr,

Sonne auf der Haut genießen,

so stell' ich mir Urlaub vor.

 

Lebensqualität gewinnen,

mich vom Scheitel bis zum Zeh

ganz auf mich allein besinnen.

Welt, heut bleibst du jwd.

 

 

... aber dann ... (Variante 1, die nervige)    


Fernseh gucken, Zeitung lesen

sind verbot'ne Tätigkeit.

Welt, du darfst derweil genesen,

hast ja jetzt drei Wochen Zeit.

 

Ach ich hätte wissen müssen,

dass das so nicht funktioniert.

Täglich werde ich mit Wissen

meines Nachbarn konfrontiert,

 

wenn er, Sonnenschirm beschattet,

seiner News- und Ticker-App

 (S)Tippvisiten abgestattet,

denn dann kommentiert der Depp

 

lauthals das Politgeschehen,

gibt von jedem Furz Bericht.

Mal zur Welt auf Abstand gehen?

Klappt wohl selbst am Nordpol nicht ...

 

Drum verlang' ich rigoros:

Urlaubsstrand bleibt handylos!

 

 

                     ... oder so (Variante 2, die liebe)


Ach ich hätte wissen müssen,

dass das so nicht funktioniert.

Düfte, die die Nase küssen,

Wind, der kosend mich berührt,

 

und das Summen zweier Bienen

wecken Sinne, setzen weich

Assoziationslawinen

in Bewegung und sogleich

 

spür' ich die Gedanken fliehen.

Jedes Mal dasselbe Spiel.

Und ich lächle, lass sie ziehen,

denn ich kenne ja ihr Ziel ...

 



 Brunhild (Donnerstag, 08 September 2016 20:12)

Ach, Gunda, endlich wieder ein Musenkuss nach dem Sommerurlaub, und dann noch einer, der noch an Urlaub erinnert- an so etwas hatte ich auch schon gedacht, um den erlebten Urlaub gefühlsmäßig noch zu verlängern. Und Du hast es super hinbekommen, egal, ob mit Variante 1 oder 2. Passt Beides! Ein dickes Urlaubsbienchen!!!

Gunda (Freitag, 09 September 2016 08:41)

Liebe Brunhild, tja ... Urlaub ... was ist das? Kaum ist man wieder ein Woche zuhause, könnte man schon wieder losfahren :o)
Schmunzeln musste über das "Bienchen". Diese "Fleißbienchen" kannte ich früher gar nicht, aber heute bekomme ich sie hin und wieder von Slov verliehen :)

Andreas (Dienstag, 13 September 2016 09:31)

Herrliche Varianten Gunda!
Speziell die erste Version sollte man nicht nur im Urlaub machen, sondern auch im Alltag...würde den Kopf nicht so zumüllen... LG Andreas

Gunda (Dienstag, 13 September 2016 12:37)

Wahre Worte, Andreas ... Das Problem ist, dass man manche Informationen wirklich haben möchte, auf andere aber herzlich gern verzichten kann. Aber wer trifft die Vorauswahl? Eben ... :o)

Wilfried U. Marita Rüffer Du hast so recht. Mag dann nicht einmal den Wetterbericht. .......du und ich auf jeden Fall die zweite Variante. .....sehr schön.

 

Kalenderirrtum II

("Kalenderirrtum I" entstand im März 2009 unter genau umgekehrtem Vorzeichen …)



Über facebook gepostete Kommentare

Jürgen Friedrich Weißleder ein echtes Gunda - Gedicht!

Vielleicht (Neujahrsgruß)


Vielleicht deckt das Jahr, das schon dicht vor der Tür,

den Weg deines Lebens mit Steinen.

Vielleicht glaubst du, dir fehl'n die Kräfte dafür,

dich ihnen zu stell'n. Es mag scheinen,

 

als türmten sie sich und als wär'n sie zu groß,

als dass du sie je könnt'st bezwingen.

Vielleicht hilft dir kein noch so kräftiger Stoß;

und dennoch: Es kann dir gelingen!

 

Denn nimm dir ein Beispiel am Wasser. Es rinnt

durch Lücken hindurch, sucht sich Pfade,

die nicht sogleich sichtbar - und trotzdem: Sie sind

vorhanden, vielleicht nicht ganz grade.

 

Eventuell führ'n sie auch gar nicht dorthin,

zum Ziel, das du hoffst zu erreichen.

Vielleicht aber liegt gerade DARIN ihr Sinn.

So nimm diese Steine als Zeichen …

 



  • Brunhild (Freitag, 05 Januar 2018 15:56) Liebe Gunda, wieder ein wunderbares, gelungenes und sehr ansprechendes Gedicht von Dir, Glückwunsch! Ich freue mich über kleine Steinchen am Wegesrand, die zu bewundern oder zu umschiffen gehen und solche wünsch ich auch Dir, damit das Leben interessant und lebenswert bleibt. Und bleib gesund und voller Ideen! Herzlichst Bruni

  • #2

    Gunda (Freitag, 05 Januar 2018 16:01) Danke dir, du treue Leserin :o) Auch dir ein friedvolles Jahr 2018!


      Foto: M. Großmann / Pixelio.de

(K)ein Ostergedicht


Nein, ich werde auch im neuen

Jahr mit österlich' Gedichten

nicht erfreuen,

werd' verzichten

 

auf die Reime über Buchen,

und dass Kinder unter Linden

Nester suchen

und auch finden.

 

Keine Zeilen über „Häschen“

kann man mir dies' Jahr entlocken,

Schnuppernäschen,

Osterglocken“ ...

 

Osterfeuer, -feier, -eier,

stanniolverpackt mit Schleifen“

werd' ich heuer

mir verkneifen.

 

Doch auch ohne, dass ich dichte:

Entenbrust in Marinade,

Lammgerichte,

Schokolade“,

 

sondern augenzwinkernd höhne,

wünsch' ich allen, ohne Frage,

sonnig-schöne

Ostertage.



Geliebter oller Herbst


Ach, ich lieb' den Herbst, den ollen.

Wenn die Himbeer'n prall und rund,

schöpf ich gerne aus dem Vollen

von dem Strauch direkt zum Mund.

Aus der prallsten Beere, schade

zwinkert frech 'ne kleine Made ...


Mit der Lese meiner Trauben

muss ich schrecklich mich beeilen

Wenn die Drosseln sie nicht rauben,

muss ich sie mit Staren teilen.

Und aus knochentrock'nem Boden

darf ich die Kartoffeln roden ...


Meine Äpfel lieb' ich knackig,

doch der Baum mit lautem Krach

wirft sie, eh' sie gelb-rot-backig,

auf des Nachbarn Wellblechdach.

Wo die Wespen sie benagen.

Nix mit Jonagold im Magen.


Vögel, die gen Süden ziehen,

machen in der Tanne Rast,

wären, wenn sie dort auch blieben,

mir ein gerngeseh'ner Gast,

doch sie nutzen, welch Verschwörung,

den Balkon zur Darmentleerung ...




Birkenlaub will sich nicht lösen,

gelbt am Baume vor sich hin.

Wenn ich dann den Reisigbesen

wegstell', weil ich fertig bin

mit dem Fegen der Terrasse,

wirbeln Blätter durch die Straße …


… wo sie dann - vom Sturm getrieben

und im Bund mit Regentropfen -

matschig in der Gosse liegen

und das Abflussrohr verstopfen.

Und man kann sie, ich könnt's schwören,

frech und höhnisch kichern hören.


Ach, und trotzdem lieb' ich diesen

Herbst mit mürrischem Gesicht

und auch seine grauen, fiesen

Regentage stör'n mich nicht:

kann ich doch zu Hause bleiben

und Gedichte schreiben ...

schreiben ...

schreiben ...

schreiben ...

schreiben ...

schreiben ...

schreiben ...

schreiben ...



Lenzig


Herbstzeitlose


Herbstzeit

Herbstwind

Windrose

Rosenbusch

Windrosenbusch

Buschwindrose


Buschwindröschen


Es frühlingt …


Ostergrüße


Jedes Jahr die gleiche Leier:

Schokohasen, Ostereier,

fett gefüllt mit Marzipan,

mit Likör und Weinbrandmousse,

Sahnecrem' und Haselnuss

lachen uns aus Nestern an.


Ich schick' wegen all der Süße

magenbitt're Ostergrüße ... ;o)



Vom rosa Tier und schwarzen Mann (Neujahrsgruß 2012)


Ich wünsch' dir einen guten Rutsch,

doch bitte nicht auf glattem Eis,

denn ist erst die Balance futsch,

dann wird es schmerzhaft für den Steiß.


Ein Tier soll dir im neuen Jahr

ein ständiger Begleiter sein.

Ein Kater? Nein, ein Exemplar

mit rosarotem Fell: ein Schwein!


Des Schornsteinfegers süßer Kuss,

das Kleeblatt mit vier Blättern dran,

soll'n Glück bescher'n im Überfluss.

Doch rosa Schwein und schwarzer Mann


sind nur Symbole, Notbehelf.

Auf Gottes Segen kommt es an,

damit im Jahr Zweitausendzwölf

das Glück auch Einzug halten kann ...


Zeitspuren


Junges Jahr – noch ohne Spuren

ist sein Antlitz, unbefleckt,

ohne Schärfe die Konturen,

wie von weichem Schnee bedeckt.

 

Doch so wie der Mensch auf Erden

seine Spur im Schneetuch legt,

wird das Jahr in seinem Werden

mit der Zeit durch uns geprägt.

 

Aber noch ist alles offen,

wird geplant und fantasiert,

alles Sehnen, alles Hoffen,

auf die Zukunft projiziert,

 

bis am Ende vieler Stunden

still wir schau'n aufs Jahr zurück:

auf nur schlecht verheilte Wunden

wie auf Spur'n, geprägt vom Glück.

 

Doch das Mal, das Zeugnis dessen,

was uns quälte - rein und weich

deckt die Zeit es mit Vergessen,

unbeflecktem Schneetuch gleich ...

 


    • Bruni (Freitag, 06 Januar 2017 10:04)

      Liebe Gunda, Dein "Schneetuch" ist zauberhaft, Du hast es mit einfachen Worten geschafft, ein fantastisches Bild zu konstruieren. Toll! Und zumal ja gerade - noch - der Schnee glänzt und glitzert und die Welt , unsere kleine hier im Umfeld, verzaubert.
      Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dir diese kleine Welt zauberhaft erhalten bleibt und Du viele friedliche und glückliche Momente in diesem Jahr genießen kannst.

    • #2

      Gunda (Freitag, 06 Januar 2017 15:50)

      Danke dir, liebe Bruni, Schnee? Was'n das? ... Also hier bei uns ist es nur gesäßfrisch, aber schneefrei (noch). Ja, hoffen wir gemeinsam auf ein friedvolles Jahr 2017 ...

    Brunhild (Donnerstag, 14 Januar 2016 11:50)Liebe Gunda,
    ich warte schon wöchentlich sehnsüchtig auf neue "Ergüsse" von Dir. Du hast es wieder super präzise und sehr poetisch formuliert, die Empfindungen zum Jahresbeginn. Dickes Lob!!!

  • #2

    PeKaBerlin (Montag, 18 Januar 2016 19:39)

    Ich meine, es zu kennen , Gunda! (Kann das sein?)

    Es ist genau das, was ich als meinen Lieblingsstil deiner Handschrift bezeichne.
    Wo sind denn hier die Sterne, Coins oder sowas?
    Liebe Grüße, Peter

  • #3

    Gunda (Dienstag, 19 Januar 2016 08:08)

  • @ Brunhild: Dickes Dankeschön, Brunhild. Freut mich.

    @ Peter: Donnerkiesel, gutes Gedächtnis, Peter. Ja, du kennst es. Ach, weißt du, ich wiederhole mich thematisch nur ungern, und wenn ich zu einem Thema schon mal etwas geschrieben habe, hinter dem ich noch immer stehe, warum soll ich es neu "verkleiden" :o)
    Hier gift dat keine Sterne! Dein Kommentar ist mir Sternchen genug ;o)


Oxalis tetraphylla


 Ein Freund hatt' in der Neujahrsnacht

zwei Töpfchen Glücksklee mitgebracht,

auf dass er wohl gedeih',

weil er als Glückssymbol uns gilt

und sozusagen Spiegelbild

des neuen Jahres sei.


Ich sagte ihm ganz herzlich Dank.

Ein Topf kam auf die Fensterbank,

dort stand er hell, doch kühl.

Der andere fand seinen Fleck

im sonnenarmen Kücheneck.

Ich goss sie nach Gefühl.


Geschwinde wuchs der Fensterklee.

Die Blätter schossen in die Höh'

und ich war hocherfreut:

Ein schnelles Wachstum, dachte ich,

verhieße mir doch sicherlich

viel Glück in kurzer Zeit.



Die Blätter aber blieben klein.

Die dünnen Stängel knickten ein,

sie hatten keine Kraft.

Der Küchenklee hingegen nahm

sich Zeit beim Wachsen. Er bekam

ein Blattwerk voller Saft.


Sein sattes Hoffnungsgrün erstrahlt

noch heute wie von Hand gemalt.

Der andre Klee verfiel.

Das schnelle Glück, das uns das Licht,

der schöne, kalte Schein verspricht,

ist meist recht instabil.


Doch Glück, das langsam, mit der Zeit

und im Verborgenen gedeiht,

schenkt uns ein sich'res Nest.

Es wächst nicht himmelhoch hinaus,

doch seine Kraft hält Stürme aus.

Komm, halten wir es fest.


Weihstern


Ach, ist sie nicht zauberhaft schön, diese Zeit?

Ich mag es, wenn's draußen recht kalt ist und schneit,

wenn's duftet nach Lebkuchen, Bratapfel, Zimt,

in kindlichen Augen die Vorfreude glimmt,

wenn warm aus den Fenstern der Kerzenschein fällt

und heiliger' Friede die Herzen erhellt.


Dann such' ich im I-Net nach einem Gedicht,

von Kugeln, Lametta und funkelndem Licht,

wo „Engelsgesang“ sich auf „Glockenklang“ reimt,

das Rentier vorm Schlitten von Weihnachten träumt,

die ganze Familie zum Krippenspiel geht

und sich das Gespräch um den Gänseschmaus dreht.


Doch nix mit „SchneeFLÖCKchen schwebt leise vom Himmel“!

Was les' ich stattdessen? „SchneeGLÖCKchengebimmel!“

Es reimen sich „Hecken“ und „schnuppernde Nasen“

auf „Spielzeug verstecken“ und „hoppelnde Hasen“

und „Nest“ reimt auf „Fest“ sich und „Eier bemalen“

auf frohe Gesichter, die „österlich strahlen“.


Tatsächlich, der Blick aus dem Fenster enthüllt

dem Auge ein frühlingshaft farbiges Bild

von Sonne und Himmel und tulpigem Bunt.

Die Vögel, sie zwitschern die Schnäbel sich wund.

So füge ich seufzend ins Schicksal mich drein:

Nicht lang' mehr, dann wird wieder Weihnachten sein.


Auf dem Weihnachtsmarkt


Bin mit meiner Freundin Anken

heute auf Geschenkejagd

und – Adventsstimmung zu tanken -

bummeln über'n Weihnachtsmarkt.

 

Kunstgewerbe gibt’s in Massen,

Firlefanz im Überfluss,

Duft lockt uns in enge Gassen

Hach, welch leiblicher Genuss:

 

Champignons in Knoblauchsahne,

Schupfgenudeltes mit Kraut,

Fladenbrot mit Fleisch vom Hahne

wird mit Kräuterschnaps verdaut.

 

Frisch belegte Matjesbrötchen,

Bratkartoffeln mit viel Speck,

Schokocrepes bekleckern Pfötchen,

Finger dien'n als Essbesteck.

 

Esskastanien, sprich: Maronen,

Glühwein mit und ohne Schuss,

Poffertjes in Groß-Portionen,

Kokosflockenschokokuss,

 

Weißbrot mit Burgunderschinken,

Waffel, die in Butter schwimmt,

jetzt gibt’s wieder was zu trinken:

Eierpunsch, bestäubt mit Zimt.

 

Caipirinhas, heiß servierte

(nein, ihr Lieben, ist kein Witz)

Zuckerwatte und kandierte

Äpfel, Mandeln und Lakritz,

 

Rum-Kakao und Feuerzangen-

bowle, heißer Apfelmost

zaubern ruckzuck rote Wangen,

schützen Hände vor dem Frost,

 

Kaffee schenkt Erholungspause,

Anken ist schon ziemlich breit.

Mit dem Bus geht es nach Hause.

Oh, du schöne Weihnachtszeit.


 


Frühlingsgefühle


Säfte steigen

in den Zweigen,

sicherlich auch anderswo.

Mücken tanzen einen Reigen,

die Hormone sowieso.

Winterlinge,

guter Dinge,

streben sonnengelb durchs Braun.

Vögel starten ihr Gesinge

früh um viere, welch ein Grau'n.


Spärlich kleiden

sich die Maiden

und den Hähnen schwillt der Kamm.

Schäfchen auf den Weiden weiden.

Ostern gibt es frisches Lamm.

Manche Frauen,

voll Vertrauen

in die eigene Figur,

lassen ihren Nabel schauen.

Stachelbein hat Konjunktur

für die Männer.

Und der Kenner

putzt schon mal das Cabrio.

„Oben ohne“ ist der Renner,

sehr zur Freud' des HNO.


Manchen aber,

wie makaber,

steigt der Saft nicht, nein er rinnt

aus der Nase. Schnupfenhaber

müssen leiden, weil der Wind

diese ollen

Blütenpollen

durch die Lüfte treibt mit Kraft.

Und sind Nas' und Aug' verquollen,

Leidet auch die Leidenschaft ...


Na, dann Prost ...   (immer diese guten Vorsätze ...)


Eierpunsch und Schokoriegel,

Gänsebraten, Schmalzgebäck …

Jahresendblick in den Spiegel

offenbart den Taillenspeck.

Der muss weg,

der muss weg!


Zigaretten, Zimtliköre,

kaum Bewegung dank TV …

Hartes Licht der Neonröhre

zeigt Gesichtshaut, schlaff und grau.

Venenstau,

Magen flau.


Noch am Tage vor Silvester

fassen wir drum den Beschluss,

dass im kommenden Semester

es ein Ende haben muss

mit Genuss,

mit Genuss.


Dann gilt's jeden Tag zu fasten.

Obst, so heißt das Zauberwort.

Nix PC und Flimmerkasten,

nein, stattdessen Sport, Sport, Sport

und so fort

ab sofort.


Schädel brummt am Neujahrsmorgen

und die Kleidung stinkt nach Rauch.

Obst? Muss man sich erst besorgen ...

Ach, ein Brötchen tut doch auch

gut im Bauch,

gut im Bauch.


Rascher Blick zum Thermometer,

Minusgrade! Walkingtour?

Die verschieben wir auf später,

außerdem läuft grad' Ben Hur.

Statt Figur

gibt’s Kultur.


Kaffee, Keks und Sofakissen

spenden deinem Kater Trost.

Guter Vorsatz? Drauf geschissen …

Na, dann Prost!

Sommer, Sonne, Gartenfreuden


Sommer, Sonne, Gartenfreuden:

Wenn der Rasenmäher dröhnt

und beim Busch- und Heckeschneiden

lustvoll meine Schulter stöhnt,

 

wenn im Rücken Wirbel knacken,

Schmerz die Laune mir vermiest,

weil beim Unkrautzupf- und -hacken

hinterrücks die Hexe schießt,

 

meine Nägel Trauer tragen

und ein schwarzer Rand entsteht,

weil die Schutzhandschuh' versagen,

da von Minderqualität,

 

wenn sich dann zu später Stunde

vor dem Wertstoffhof der Stadt

alles staut, was in der Runde

Grünschnitt zu entsorgen hat,

 

und wenn morgens in der Frühe

Quecke, Giersch und Rasenmoos

höhnisch über meine Mühe

kichern, weil sie wirkungslos,

 

und Frau Schneck mit ihren Panzen

samt der schwarzen Krähenbrut

sich an den Kohlrabipflanzen

und den Erdbeern gütlich tut,

 

möcht' ich laut den Winter loben,

wenn von Schnee bedeckt das Land.

Die paar Flöckchen von da oben

schipp' ich doch mit einer Hand ...


Wenn die bunten Blätter wehen ...


Gern lobt' ich in höchsten Tönen

diesen Herbst mit seiner schönen

buntgefärbten Blätterpracht,


doch mein Blick fällt mit Entsetzen

darauf, was auf Weg- und Plätzen

er mit diesen Blättern macht.


Westwind treibt durch Straßenschluchten

sie entlang an Häuserfluchten

geradewegs vor MEINE Tür!


Dauerregen pieselt nasskalt,

klebt die Blätter auf den Asphalt.

„Hipp-Hurra, hier bleiben wir!“


Eigentlich müsst' ich ja fegen,

aber Schiet wat drauf bei Regen

und solang' der Himmel wolkt.


Ich erinner' mich mit Grinsen

an die Weisheit voller Binsen,

dass auf Regen Sonne folgt.


Und so wart' ich ganz gelassen,

bis ein warmer Wind die nassen

Blättermassen trocken föhnt.


Weht dann westwärts das Geschmiere

vor die nachbarliche Türe,

bin ich mit dem Herbst versöhnt.



Michael Roschke (Mittwoch, 05 Oktober 2016 13:35)

Ja, verdammt, es nieselt heute

und umnebelt bin ich auch!
Das ist nix für Sommer-Leute
mit viel Lenz-Gefühl im Bauch!
Da wär mir der Winter lieber,
wo es frostig klirrt und schneit.
Doch ist Spätherbst erst vorüber,
macht sich Matsch und Modder breit.
Denn es wird nicht sehr viel kühler,
erst so gegen Ende März
und im Bauch die "Frühlings-Fühler",
die veröden mir im Herz!
Liebe Grüße zu Dir, liebe Gunda, von Micha Roschke

 

#2

Gunda (Freitag, 07 Oktober 2016 09:07)Schmunzel ... Tja, wir müssen uns wohl darauf einstellen, in Zukunft Weihnachten im Klee und Ostern im Schnee feiern zu müssen ...
Danke, lieber Micha, für deinen gereimten Kommentar! Liebe Grüße in die Ferne

  • Michael Roschke (Montag, 14 November 2016)

  • Jetzt rächt sich wohl der Wettergott!
    Auf seine Art mit Hohn und Spott
    er ob der Verse frostig lacht
    und schon den Herbst antarktisch macht…
    früh-winterliche Grüße von Micha

  • #4

    Gunda (Montag, 14 November 2016 12:34)

  • Sollte das ein dezenter Hinweis darauf sein, dass ich die Rubrik "Aktuelles" mal etwas ... aktualisieren sollte? Hast Recht, Micha, in der Beziehung war ich in letzter Zeit sehr faul :o)

  • #5

    Michael Roschke (Montag, 14 November 2016 14:01)

  • Nee, wollte nur Lebenszeichen geben und empfangen. Sollte ich Dich damit in Sachen Neu-Beiträge angestubst haben - auch gut!Micha

Andreas (Freitag, 16 Oktober 2015 23:46)Sehr fein beschrieben Gunda!
Hauptsache, es trifft einen nicht selbst, und die anderen müssen sich damit beschäftigen. Wie bei so vielen Dingen im Leben... ;-), Liebe Grüße! Andreas

Auf facebook gepostete Kommentare:

Jürgen Friedrich Weißleder kam mir irgendwie bekannt vor!
Sven Asmussen Meine Devise, mach ich auch mit Schnee und Eis, der nächste Sommer kommt bestimmt.

Böller statt Brot


Hoch am Himmel grüne Sterne,
für den Augenblick erglüht.
Blumen, blau, in weiter Ferne
nach Sekunden schon verblüht.

Gold- und silbernes Gefunkel
regnet nur für den Moment
Kugelblitz erhellt das Dunkel,
kurzer Traum am Firmament.

Chinaböller zischen krachend.
Knall erschüttert Mark und Bein.
Nachbarn grüßen trunken, lachend.
Tiere zittern, Babys schrei'n.

Feuerräder: faszinierend,
wie sie rote Funken sprüh'n.
Erste Zuschauer schon frierend
sich zurück ins Warme zieh'n.

Manche aber werden süchtig
bis zum Morgen weiterknall'n,
ist der Spaß auch allzu flüchtig.
Man trinkt weiter bis zum Lall'n.

Stundenlang noch unverdrossen
werden weltweit Millionen
Euro in die Luft geschossen.
Feuerwerk soll sich doch lohnen ...

Neujahr ist der Spaß beendet.
Hätten sie doch von dem Geld
einen Bruchteil nur gespendet
der Aktion „Brot für die Welt“...

Bis zum nächsten Jahr


Es naht die selig' Weihnachtszeit

und Nächstenliebe macht sich breit:

Wir öffnen uns're Herzen weit,

das Konto und das Portmonee.


Bei jedem Spendenmarathon,

da greifen wir zum Telefon

und opfern einen Stundenlohn

fürs Ego und fürs Renommee.


Bettlern an den Straßenecken,

Frau'n, die uns von dünnen Decken

bittend ihre Hand hinstrecken,

stecken wir 'nen Euro zu:


Wir geben gern, ob Scheck, ob bar,

wir sind spendabel, sehr sogar,

und bis Dezember nächstes Jahr

hat uns're liebe Seele Ruh'...


  • #Thomas (Mittwoch, 16 Dezember 2015 22:02)

    Hallo Gunda,
    na nu? Kenne ich den Text von dir nicht schon irgendwoher? ;) Ich hab mich auch schon dabei erwischt, spendabler sein zu wollen. Irgendwie packt's einen dann ja doch ein bisschen. Aus Prinzip hab ich's dann nicht gemacht, aber das fand ich dann auch wieder nicht richtig. Wie man's macht, macht man's verkehrt. Und macht man's falsch, dann ist es auch nicht richtig.
    Liebe Vorweihnachtsgrüße, Thomas

  • #2

    Gunda (Donnerstag, 17 Dezember 2015 08:59)

    Jepp. Der Text stammt noch aus MyStorys-Zeiten, genaugenommen sogar aus Poezio-Zeiten, aber da warst du, glaube ich, noch nicht dabei. Ich habe auch gespendet, aber direkt an jemanden, von dem ich wusste, dass er es dringend brauchte. Danke für deinen Besuch, Thomas. :o)
    Schöne Adventstage wünscht Gunda

 

Über facebook gepostete Kommentare:

 Sven Asmussen Nein
 Gunda Jaron Grins ... Du hast ja nicht mal das ganze GEdicht gelesen ...
 Sven Asmussen Doch, ändert aber nichts an der Tatsache. 
 Bärbel Bö auch ich spende, aber auf meine art , mal backe ich einen Kuchen für denn Nachtbar ... einander mal lese ich einer alten Dame etwas vor ... oder ich spende meine zeit und passe auf die kinder einer Freundin auf ... KANN man das auch als spende ansehen ? denn Geld habe ich keines ..
 Gunda Jaron Du sprichst mir aus der Seele, Bärbel. 
 Bärbel Bö  für Dich kommt gerade aus dem Ofen .. lach
 Gunda Jaron  Hebe ich mir für heute Nachmittag auf, jetzt bin ich gerade gesättigt, danke schön! Ja, Bärbel, Zeit und Liebe zu spenden, hat doch auch seinen Wert!
 Sven Asmussen Bin auch grad etwas klamm, die Playstation hat alles aufgefressen. 
 Gunda Jaron Sven Asmussen Lach ... eine echte Sven-Antwort ...

Zum W-Fest 2008


Ich wünsche dir ein Weihnachtsfest

ohne Ärger, ohne Stress,

nur Frieden, Ruh', Besinnlichkeit

und für dich selbst ein bisschen Zeit,


dem Geist der Weihnacht nachzuspüren.

Ich wünsch' dir hinter off'nen Türen

Herzen, die dich willkommen heißen,

Freundschaftsbänder, die nicht reißen,


Arme, die zärtlich dich umfangen

und dich stützen auf Verlangen.

Eine Hand, die deine hält

und alle Liebe dieser Welt.


Ich wünsch', dass dir 2008

das Glück von allen Seiten lacht

und deine Wünsche sich erfüllen,

die offenen, wie auch die stillen...


Auch eine Art Weihnachtsgedicht


1)

Wieder Weihnacht, ach so plötzlich

steht sie immer vor der Tür.

Und noch kein Geschenk! Entsetzlich.

Nicht mal 'ne Idee dafür!


Schweiß brach mir aus allen Poren,

vor zwei Jahren kurz vorm Fest.

Und so hab' ich mir geschworen:

Nächstes Jahr wird nicht gestresst.


Da besorgst du die Präsente

schon im Sommer ohne Not.

Und den Rotkohl und die Ente

kaufst du früh im Angebot,


kochst und brätst in aller Ruhe.

Bis zum weihnachtlichen Schmaus

packst du's in die Tiefkühltruhe

und dann holst du's wieder raus.


Kekse kaufst du im Oktober,

denn dann gibt’s die schon, kein Scherz.!

Weihnachtsmarkt und so'n Zinnober

boykottierst du, weil Kommerz.


Derlei soll dich nicht verdrießen,

kein Gerenne im Advent.

Wirst die Weihnachtszeit genießen,

so, wie man's von früher kennt.


Tja, so dacht' ich vor zwei Jahren.

Würde Stress und Einkaufswahn

mir im nächsten Jahr ersparen,

und hab's letztes Jahr getan …


Weihnachtsmarkt? Könnt ihr ja machen!

Glühwein schlürfen, Schmalzgebäck,

Eierpunsch und solche Sachen …

Nix für mich, ich bleib da weg!


Denn ich hatt' mir ja geschworen,

aus Kommerz halt' ich mich raus.

Mit hochrotgefror'nen Ohren

kam die Meute dann nach Haus.

 

 

Ausgelassen, fröhlich, munter.

„Hab den Weihnachtsmann gesehn!!!“

Und ich schluckte trocken runter.

„Mama, es war wunderschön …


Und so zog ich im September

Gabenschnäppchen schon an Land.

Wünsche, die dann im Dezember

Nikolaus im Stiefel fand,



2)

an den Weihnachtsmann geschrieben,

die erfüllten sich so kaum.

Und so wurden bei den Lieben

Heiligabend unterm Baum


die Gesichter lang und länger.

Kurze Hosen, Sommerkleid

sind auch wirklich nicht der Renner,

wenn es draußen stürmt und schneit.

 

Tja, so war nun meine Lage

letztes Jahr zur Weihnachtszeit.

Hatte wirklich, keine Frage,

Frieden und Besinnlichkeit,


jeden Tag Kamingeknister,

Kerzenschein und Glockenklang.

Lauschte leisem Schneegeflüster,

Krähenschrei und Chorgesang.


Und wenn andre stöhnten: Plötzlich

wieder Weihnachten im Land!

Und noch kein Geschenk, entsetzlich!
Blieb ich cool und voll entspannt,


hatte keinen Stress, der quälte,

sondern jede Menge Ruh'.

Irgendetwas aber fehlte,

und das geb' ich offen zu.


Dies' Jahr wird, ihr könnt's euch denken,

der Familienclan bedacht

mit Last-Minute-Kauf-Geschenken.

Wenn dann in der Heil'gen Nacht


Kinderaugen glücklich blitzen,

weil die Gaben ganz nach Wunsch,

hat es sich gelohnt, das Flitzen.

Auf dem Weihnachtsmarkt gibt’s Punsch.


Werd's genießen, das Gedrängel,

je ein Kind an jeder Hand.

Kaufe einen Rauschgoldengel,

Schleckerei und andren Tand.

 

 

.... Backen wir jetzt gleich noch Plätzchen,
Lisa, Papa ich und du?
Und ich lächelte: Ach, Schätzchen,
sind im Schrank, greif feste zu!

Och, wir wollten selber kneten,
Förmchen stechen und verzier'n,
Engel, Sterne und Kometen,
und mit Zuckerguss glasier'n.

3)

Außerdem, und das ist öde,
duftet's gar nicht weihnachtlich.
Kekse aus dem Schrank sind blöde,
blöde Kekse ess' ich nicht

und jetzt geh' ich Fernsehn gucken.
Weihnacht ohne Backen … echt!
Wieder musst' ich trocken schlucken,
denn mein Kind, das hatte Recht.

Kuschlige Adventsidylle,
lebt doch auch vom Kekseduft.
Doch Anis und Zimt, Vanille,
nichts davon lag in der Luft.

Weihnachtliche Wohlgerüche
gab's am ersten Feiertag
auch nicht aus der Mittagsküche,
was vor allem daran lag,

dass ich eben, auf die Schnelle,
Kohl und Ente aufgetaut.
Logisch – in der Mikrowelle.
Labbrig war die Entenhaut,

die Kartoffelknödel matschig
und der Rotkohl schmeckte mau.
Die Familie war knatschig.
(Und)  Heiligabend wurd' der GAU!

Wie erinnern uns: Mein Reden:
Keine Hektik im Advent.
Kein Gerenne durch die Läden
dann, wenn jeder andre rennt.

 

Und sind auch die Küchentische
Teig und Zuckerguss verschmiert,
selbstgeback'ne Plätzchen, frische,
die von Kinderhand verziert,

schmecken besser, und sie zeugen
von Advent, aktiv erlebt.
Von dem Keksduft ganz zu schweigen,
der zuvor das Haus durchschwebt.

So hab ich gelernt fürs Leben,
die Erkenntnis fiel nicht schwer:
Etwas Stress und Hektik geben
der Adventszeit erst das Flair.

Geist der Weihnachtszeit, er möge
füllen unser Herz mit Licht,
Das wünsch' ich auf diesem Wege.
Und das war's mit dem Gedicht!


TorChor-WindKind-BaumTraum


Der Dichter schreibt: „Es ist Advent“,

im nächsten Vers: „Ein Lichtlein brennt.“

Dann rieseln „Flocken“ aufs Papier,

gefolgt von „Glocken“, Zeile vier.

Er konstruiert aus „Himmelstor“

ein Reimpaar mit dem „Engels-Chor“

und lässt am „Firmament so fern“

erleuchten hell den „goldnen Stern“.

Der Leser weiß, auf „Glitzerwelt“

reimt der Poet ein „weißes Feld“.

Er ahnt, auf „kalte Nacht und Wind“

folgt „lieblich lacht das himmlisch Kind“

und liest von „Herzen rein“ und „Baum“

und „Kerzenschein und Lichtertraum“.

Er gähnt und konstatiert voll Pein:

Dem Dichter fällt nichts Neues ein ...


 ***


Als Weihnachtsgruß goss hundert Mal

ich solches Wort-ma-te-ri-al

schon selbst in Versform zum Gedicht.

Nur diesmal ... selbstverständlich nicht!

Mein Festtagsgruß kommt, bitte sehr,

ganz ohne Reimerei daher:



Ich wünsche allen ein frohes Fest!


Weihnachtszeit ...


Sterne, die's vom Himmel schneit

Feld und Flur in weißem Kleid

Kerzenschein, der's Aug' erfreut

Ruhe und Besinnlichkeit

und die Herzen werden weit

 

Weihnachtszeit ...

 

Glockenhinundhergeläut

Hektik und Betriebsamkeit

mühsam unterdrückter Streit

Gabenkauf ist Beinarbeit

manch' Präsent ein Fehlentscheid

weil der Käufer zu zerstreut

Heiligabend wird bereut

 

Weihnachtszeit …

 

neu entdeckte Frömmigkeit

Nächstenliebe macht sich breit

jeder spendet gerne heut'

schert sich sonst nicht einen Deut

um der andren Menschen Leid

doch wir sind ja hilfsbereit

bis wir von dem Zwang befreit

nach dem End' der

 

... Weihnachtszeit

 

Weihnacht? - Weihnacht!


Weiße Weihnacht? – Ach wie herrlich.

Glatte Straßen – Zu gefährlich.

Wandern durch den Winterwald ...

Ohren, Nase, Füße: kalt.

Gaben kaufen für die Lieben?

Keine Wunschzettel geschrieben!

Kling, mein Glöckchen, klingeling?!

Kassen klingeln fröhlich: bing...

Bummeln über’n Weihnachtsmarkt ...

Glühweinkater – mittelstark.

Lobgesang von Engelschören?

Von CD “White Christmas’ hören.

Weihnachtslieder selber singen...

Radio bringt sie zum Klingen.

Edeltanne, reich geschmückt...

Fünfzig Euro? Wohl verrückt!

Echte Kerzen, Tannenduft...

Brandgeruch liegt in der Luft.

Gänsebraten, Knödel, Soße...

Um die Hüfte spannt die Hose.

Frieden, Ruh’, Besinnlichkeit...

Hektik, Stress und meistens Streit.


Dies’ Gedicht erscheint gemein?

Stimmt – es kann auch anders sein:


Auf der Jagd nach den Geschenken

könntest du an andre denken,

und die Asphaltzeitung * kaufen.

Auch, nicht stumm vorbeizulaufen,


wenn dir wer ein Lächeln schenkt,

der grad an was Schönes denkt.

Lach zurück, hab etwas Mut,

es kostet nichts und tut so gut.


Gehst die Kirche du entlang,

lausch bewusst dem Glockenklang.

Hörst du Chorgesang erklingen,

trau dich einfach mitzusingen.


Du trinkst den Punsch nicht gern allein?

Lad einfach deinen Nachbarn ein.

Von Hektik hast du jetzt ’genuch’?

Lehn dich zurück und lies ein Buch!

 

Und könnt’ vielleicht in ein, zwei Ecken

man eine Staubflocke entdecken?

Schalt’s Licht aus und verlass dich drauf:

Bei Kerzenschein fall’n sie nicht auf.


Kurz: Öffne deine Sinne weit!

Für dich und and’re nimm dir Zeit!

Dann wird auch dir, ’s verspreche ich,

irgendwie so weihnachtlich’.


Weihnacht!



*Asphaltzeitung = Hannoversches Stadtmagazin, verkauft von arbeitslosen Mitbürgern



Wieder Weihnacht ...


Wieder Weihnacht! Ach, so plötzlich

steht es immer vor der Tür.

Meine Muse schweigt. Entsetzlich,

denn ich krieg' nix zu Papier.


Gerne würd' ich Verse schreiben

über hellen Glockenklang,

bunt geschmückte Fensterscheiben,

Engelshaar und Chorgesang,


Schlittenfahren, Schneegeflüster,

Blaubeerglühwein, außerdem

Kekse und Kamingeknister

und den Stern von Bethlehem.


Übt' Kritik mit leisen Tönen

gern auch am Konsumprozess,

an der Hektik und dem Stöhnen

über selbstgemachten Stress.


Doch am liebsten, keine Frage,

reimte ich auf „Kerzenschein“

mit der Botschaft dieser Tage:

Friede zieh' in Herzen ein!


Jung und Alt sei er beschieden,

Arm und Reich und dir und mir,

unser höchstes Gut, der Frieden,

nicht erst morgen, jetzt und hier.


Gute Wünsche für uns alle

dichtet' ich zum Jahresschluss.

Nix wird draus in diesem Falle,

mangels meiner Muse Kuss.


Geist der Weihnachtszeit, er möge

füllen dir dein Herz mit Licht,

wünsche ich auf diesem Wege ...

... ooops, jetzt ist es ein Gedicht.

Viertel nach acht ...


 Am Heiligen Abend um viertel nach acht,

da will für Momente ganz stille ich sein.

Ich stell' eine Kerze ins Fenster hinein

und schicke ihr Licht in die Nacht.

 

Ein Licht, das für den, dessen Herz leise weint,

weil's voller Verzweiflung und Traurigkeit ist,

für den, der zwei liebende Hände vermisst

und jenen, der einsam ist, scheint.

 

Ein Licht für das Kind, das heut' hungert und friert,

das „Frieden“ nur noch aus Erzählungen kennt;

den Alten, der betteln muss für ein paar Cent,

die Frau, die sich prostituiert.

 

Ein Licht für all' jene, die unheilbar krank,

die nur noch die Hoffnung am Leben erhält;

für den, der sich eine gerechtere Welt

erträumt und erkämpft lebenslang.

 

Ein Licht aber auch für all' die, die mir nah'

und jene, die trauernd im Herzen ich trag;

ein Licht für die Freundin, den Freund, den ich mag,

und jeden, der nett zu mir war.

 

Und blickst du zum Fenster hinaus in der Nacht

und siehst, wie ein Leuchten die Schwärze durchbricht,

dann weißt du, ich schickte auch dir dieses Licht,

am Heiligen Abend um viertel nach acht.


Kommentare:

Michael Roschke (Samstag, 24 Dezember 2016 15:04)

 

Einfühlsam und warmherzig und einmal mehr gekonnt umgesetzt!
Liebe Gunda, wünsche Dir und Den Deinen ein frohes, besinnliches Fest.